Letzte Woche, am Montag den 26.03.2018 war es nun soweit, erster Handelstag von AYONDO LTD. an der SGX in Singapur. Damit hat das, was vor knapp 10 Jahren einmal als kleines Startup begann, einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Aus den ehemaligen Investoren um NextGFI wurden Akteure, die das Unternehmen Schritt für Schritt nach ihren Vorstellungen veränderten und nun als erstes Fintech den Gong an der SGX zur Erstnotiz in Singapur schlagen konnten.

FB Account TradeHero Screenshot

 

Viele Leser verbinden ayondo fast ausschließlich mit der Social Trading Plattform aus Frankfurt a.M. Beim Blick auf die Ranglisten und Followerzahlen erntet man dann durchaus skeptische Blicke, insbesondere, wenn man den Vergleich zum Platzhirsch eToro zieht.

Nun kann man beide Unternehmen nicht wirklich mehr vergleichen, denn die Strategien überschneiden sich nur noch beim Thema Copy- oder Social Trading.

Das schöne an einem Börsenlisting ist nun aber, man bekommt endlich mal ein paar Zahlen an die Hand, um den Ansatz einer Einschätzung leisten zu können.

Also:

  • was macht das Unternehmen
  • welche Umsätze werden generiert und was verdienen sie
  • wie ist der Trend
  • und wie ist das Potential für die Akteure und Interessenten

Hier im Blog wurde schon in der Vergangenheit über die weiteren Aktivitäten der ayondo Gruppe berichtet, sei es über TradeHero oder auch BUX. Das Emissionsprospekt zum IPO gibt nun auch einmal Einblick in die Aktivitäten der Gruppe und welchen Beitrag jede einzelne zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.

Mobile Anwendungen, bei denen User mit virtuellem Kapital ihre Börsenkenntnisse spielerisch entwickeln und Erfahrungen sammeln können, haben inzwischen einen hohen Stellenwert bei ayondo. TradeHero erfreut sich in Asien großer Beliebtheit und wurde als ayondo academy auch für den europäischen Markt adaptiert. So können die User virtuell an 35 Börsen mit mehr als 10.000 verschiedenen Wertpapieren handeln. Beide erlauben auch den Handel von Echtgeld.  Abwickelnder Broker für das Echtgeldgeschäft ist ayondomarkets. Zielgruppe sind vor allem die sogenannten Millennials, also diejenigen, die nach den 80er Jahren geboren wurden. Die europäische Version, ayondo academy zielt vor allem auf den spanischen Markt.

Mit BUX , einer ebenfalls mobilen Börsenspiel App belustigen sich derzeit über 1 Mio Nutzer aus U.K., Deutschland, Italien und den Niederlanden. Auch hier kann man den Weg vom virtuellen zum realen Kapital gehen und bis September 2017 konnten bereits 28.000 Nutzer als aktive Kunden für ayondomarkets aus diesem Bereich gewonnen werden.

Schaut man in das Expose auf Seite 163, so erfährt man, dass BUX im Zeitraum Januar bis September 2017 gut 36 % zu den Handelsumsätzen beitragen hatte. Beide Applikationen sind also keine Spielerei, sondern ein wichtiges strategisches Investment, die zukünftigen Kunden, wenn sie dann mal dieser Stufe entwachsen sind, an den Broker zu binden und für die anderen Dienstleistungen zu öffnen, Social Trading via Wetrade und dem Eigenhandel über ayondomarkets.

Social Trading via WeTrade nutzten über alle Partner, also ayondo und White Label ( CFDs.com, Continental Markets Trading und Ajram Capital) im Berichtszeitraum Stand September 2017 mehr als 6.000 aktive Kunden aus mehr als 50 Ländern.  

Die Eigenhändler werden mit ayondomarkets und einigen White Labels bedient, so u.a. Activotrade, KGI oder Spread Markets. ayondo weist per September 2017 3.100 aktive Kunden aus. Das bedeutet, jeder von denen hat im Berichtszeitraum mindestens einmal geklickt…

Insgesamt konnte die Zahl aktiver Kunden im Zeitraum 2014 bis September 2017 von 4.988 auf 37.316 gesteigert werden.

Schaut man auf die Zahlen zu Transaktionswert und durchschnittlicher Kundentransaktion dann fällt auf, dass die durchschnittlichen Handelsvolumina von 2014 bis 2017 gefallen sind, die Kunden also offenbar inzwischen kleinere Positionen handeln.

Auf Seite 107 des Prospektes trifft Ayondo Aussagen zu den durchschnittlichen Umsätzen je aktivem  Kunden. Der Schnitt über alle Kundengruppen, also BUX etc., Social Trading, Eigenhändler lag per 09 2017 bei ca. 393 CHF, wobei diese Gruppen sich wie folgt aufteilen:

  • Casual Trading (BUX, TradeHero): 109-230 CHF 
  • Social Trading: 553 – 1.139 CHF 
  • Self directed (ayondomarkets): 1.293-1.778 CHF 
  • IB-Geschäft: 678-1.431 CHF

Was sagen einem die Zahlen ?

Nun ja, ein Kunde, der Social Trading nutzt, lässt im Schnitt zwischen 470 – 968 Euro an Gebühren etc. bei ayondo liegen, der Eigenhändler bei ayondomarkets dagegen zwischen 1.100 bis 1.500 Euro.

Vergleicht man nun diese Zahlen einmal mit den Marktführern in Deutschland und Europa, also CMC Markets und IG, dann ist in Sachen Handelsvolumen oder Aktivität noch Luft nach oben. So verkündete CMC Markets am 24.11.2017 einen Umsatzsteigerung pro aktivem Kunden im ersten Halbjahr 2017 auf 1.814 Pfund, also gut 2.000 Euro. Auch die Händler bei IG sind etwas fleißiger unterwegs und lagen laut letztem Halbjahresbericht bei ca. 2.470 Pfund oder ca. 2.800 Euro. Händler bei Plus500 rangieren mit 1.379 $ (laut Jahresbericht 2017) im Level der ayondo Trader.

Schaut man auf die aktuelle Marktkapitalisierung, trennen die Unternehmen natürlich noch Welten:

Ein kleiner Vergleich zum Social Trading Marktführer. Laut dem israelischen Portal Globes würde man eToro mit ca. 800 Mio Dollar bewerten.

Diese paar Zahlen einfach mal zur Illustration und Einordnung. Was im Expose zum IPO von ayondo positiv auffällt:

Trotz weiterhin roter Zahlen wurden die Marketingausgaben signifikant zurückgefahren. Standen im Fiskaljahr 2016 noch 3,3 Mio CHF zu Buche, waren es in den ersten 9 Monaten 2017 nur noch 2,23 Mio CHF.

Das Marketing ist nun auch ein Punkt, der mit dem frischen Geld gestärkt werden soll. 25 % des frischen Kapitals soll in das Marketing fließen. 10 % oder 2,1 Mio Singapur Dollar gehen in die Weiterentwicklung der Plattform und 8,5 Mio S$ (40,5 %) gehen in die Schuldentilgung.

Was möchte ayondo in Zukunft bewirken?

In Europa ist Spanien im Fokus, außerhalb Europas sollen Kooperationen  im Mittleren Osten und in China gestärkt werden. Hier spielt TradeHero eine wesentliche Rolle. 

Was der Wettbewerb von wikifolio.com und eToro auch schon fleißig betreibt – die Kooperation mit kleinen und mittleren Vermögensverwaltern wird auch bei ayondo Einzug halten. Wie will ayondo also die Zahl der aktiven Kunden erhöhen ?

Laut Highlight Sheet durch:

  • Wachstum des Marktes Social Trading
  • Einführung neuer Produkte
  • Expansion in neue geografische Märkte
  • Ausbau von White Label Partnerschaften

 

Ein Bonbon hat ayondo auch noch bereit gelegt. Offenbar ist hier aber noch nicht der Drops gelutscht. Die Kooperation mit einer wichtigen europäischen Bank. Im Kern soll ayondo bei dem zu etablierenden Joint Venture hier technischer Dienstleister werden und eine Social Trading Community für das Haus etablieren. Die Trades laufen über die Konten des Partners und ayondo erhält eine entsprechende Fee. Vermutlich wird die Farbe der CI des Partners der Sonne ähneln, alles andere macht wenig Sinn. Dies ist jedoch nur meine persönliche Spekulation. Hier warten wir einfach mal ab, was passiert…

Entering into a joint venture with a major European bank for social trading

…Under the proposed model, our Group will act as the technology provider and manager of the social trading community. We will connect our social trading technology to the bank’s brokerage platform, and the potential users of the social trading platform will be from the bank’s existing client network. All transactions generated from the social trading platform will be executed by the bank, and we will in turn receive a fixed fee per transaction, thus generating a new revenue stream for our Group.

Wer sich nun also fragt, wo geht es hin mit ayondo, der hat im Emissionsprospekt zum Börsengang wichtige Antworten gefunden. Ja, das Unternehmen schreibt Verluste und ja, im Vergleich zu Wettbewerbern könnten die Kunden etwas agiler sein…

Anstatt jedoch Millionen in Marketing zur Neukundengewinnung zu pumpen (so ballerte z.B. Plus500 allein in den Jahren 2016 und 2017 242 Mio Dollar ins Marketing) , ist der eingeschlagene Weg, neue Kunden über attraktive mobile Apps an das Thema Trading heranzuführen und letztlich für sich zu gewinnen, beschwerlicher, aber vielleicht letztlich doch erfolgreicher. Social Trader auf WeTrade sind derzeit nicht nur auf ayondo in Frankfurt a.M. präsent, sondern auf allen White Label Plattformen, die Social Trading anbieten. Derzeit also auf 3 weiteren Plattformen:

Hier ist also auch Geduld gefragt. Für Follower bergen diese Partnerschaften auch das Potenzial, neue attraktive Handelsstrategien auf ayondo entdecken zu können. In diesem Sinne erwarten wir gespannt die weitere Entwicklung von ayondo.

Share This

Diese Website verwendet Cookies von Google, um ihre Dienste bereitzustellen, Anzeigen zu personalisieren und Zugriffe zu analysieren. Informationen darüber, wie Sie die Website verwenden, werden an Google weitergegeben. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen