Am Dienstag ließ die europäische Regulierungsbehörde ESMA die Katze aus dem Sack. Die Vorschläge, die Ende Januar diesen Jahres diskutiert wurden, fanden nun zum überwiegenden Teil Eingang in die neue Regulierung von CFD’s und Binären Optionen.

Zur Vermeidung von Wiederholungen verweise ich den Leser an den sehr umfänglichen und guten Artikel auf BrokerDeal. Michael Hinterleitner hat das Werk der ESMA sehr gut zusammen gefasst und die Konsequenzen für CFD Händler in Deutschland aufgezeigt. Seiner Kritik kann ich mich weitestgehend anschließen.

Aus Sicht der Social Trading Portale eToro und ayondo wird man mit den neuen Anforderungen sicher  umgehen können.

Scrrenshot ESMA 29.03.2018

Was bedeutet dies für Anleger der Social Trading Portale?

Ein wesentlicher Punkt, die sogenannte Stop Out Rule in der vorgeschlagenen Form, konnte abgewehrt werden. Beabsichtigt war eine Regelung, wonach jede einzelne Handelsposition bei einem Verlust von 50% der Margin für die jeweilige Position geschlossen werden müsste. Dies wurde nun offenbar als Nonsens erkannt und die Close Out Regel bezieht sich nun auf das gesamte Konto. Dies ist bis dato auch üblich und je nach Broker greift dies im Bereich von z.B. 10% (GKFX) bis 30% (AdmiralMarkets). Vor volastarken Ereignissen gab es regelmäßig auch Erhöhungen auf z.B. 50%.

Sehr beliebte Handelsinstrumente bei eToro und ayondo sind CFD’s auf Indices und dort auf Dax und Dow. Hier greift nun ein Hebel von 1:20 anstatt 1:100 (ayondo). Wer also mit den gleichen Stückzahlen unterwegs sein möchte, muss zukünftig fünfmal mehr Kapital vorhalten. Alternativ käme eine Reduktion auf den bisherigen Marginbetrag in Frage. Also der Handel von fixen Beträgen und nicht von Stückzahlen oder Stückelungen. Dies bietet derzeit jedoch nur eToro. Das Social Investment Network erlaubte im Indexhandel bisher auch nur maximal Hebel 25 bei Indices.

Letztlich wird es wohl bei den beiden Anbietern nicht so heiß gegessen, wie gekocht, denn sie sind schon lange darauf vorbereitet.

Lustig finde ich jedoch die Headline im Handelsblatt unter dem Motto Anlegerschutz: “ EU-Wertpapieraufsicht geht gegen riskante Finanzwetten vor“.

Anlegerschutz hat in diesem Metier noch nie eine Rolle gespielt, Lobbypolitik trifft es eher. Wer stets mit Blendgranaten um sich wirft, braucht sich nicht zu wundern, wenn man die Autoren nicht mehr ernst nehmen kann. Futures und Zertifikate sind demnach Witwen- und Waisenpapiere, wenn man dem Unsinn des HB folgt.

Was wäre die Alternative für diejenigen, die sich nicht mit dem neuen Korsett abfinden wollen? Nun, ganz einfach die Qualifizierung als professioneller Kunde und nicht als armer, schützenswerter Privatanleger, dem man alles vorschreiben muss.

Fazit: Wir werden damit leben und nun etwas mehr Geld zu den Brokern tragen müssen, um auf die gleichen Ergebnisse wie bisher zu kommen. Jedenfalls ist das Ergebnis der ESMA Debatte ein Ostergeschenk der übleren Art. Dieses Ei stinkt zum Himmel. (weniger wegen den Regularien, sondern wegen der verlogenen Argumentation zur Begründung der Maßnahmen)

 

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