Die letzten 6 Handelstage werden viele hoffentlich nicht so schnell vergessen. Investoren leiden ja manchmal an einem zu stark ausgeprägten Kurzzeitgedächtnis, zulasten des Langzeitgedächtnisses…

Machen wir es kurz, die Volatilität ist zurück. Vola was ? Haben sich Märkte und Anleger bisher, im Vertrauen auf die helfenden Hände und tiefen Taschen der Notenbanken an einschläfernde Einbahnstrassen gewöhnt, so wurden sie nun aus den Bullenträumen gerissen. Ein lumpiges Prozent vor den 30.000 Punkten im Dow gab es auf die Mütze. Als Auslöser werden u.a. die extremen Bewegungen in den Konstrukten auf den Volatilty Index VIX angesehen.

Lange Zeit ging es gut: Aktien Long, Vola short. Dies fand nun für einige ein brachiales Ende. Hedgefunds und Emittenten, die in den letzten Jahren Strategien und Produkte auf fallende Vola gefahren haben, hat es in dem Segment regelrecht zerrissen. Prominenter Vertreter ist u.a die Credit Suisse. Kleinere Häuser haben ebenfalls signifikante Verluste zu verzeichnen.

Volaexplosion an den Finanzmärkten – Social Trader vor neuen Herausforderungen

Auch die Trader auf den Social Trading Plattformen sahen sich nun mit einer völlig veränderten Marktsituation konfrontiert. Während die Volatilitätsindex regelrecht explodierte, implodierten die Aktienindices.

Screenshot TradeHub ayondomarkets

Die beiden folgenden Screenshots verdeutlichen die veränderte Situation für alle kurzfristig orientierten Händler.  Im ersten Bild ein 30 Minuten CFD Chart auf den Dow. Im unteren Chartfenster ist die Average True Range über die letzten 5 Perioden eingeblendet. Die ATR stellt die geglättete Schwankungsbreite über x Perioden dar und ist recht hilfreich bei der Stoppfindung. Bewegte sich also der Index noch Ende Januar im 30 min Chart in einer Spannbreite von 10 bis 100 Punkten, knallte es in den letzten Tagen auf bis zu 546 Punkten. Was man sonst in Monaten absolvierte, war also bereits nach einem Frühstück gegessen…

 

Screenshot UsaInd Kursquelle: ActivTrades

Absolut krass wird es dann natürlich in den kleineren Zeitebenen, z.B. dem 5 Minuten Chart:

200 oder gar 400 Punkte in nicht mal einer Zigarettenlänge…

Soweit die Bilder.

Nun stellt sich die Frage, wie gingen die Händler auf den Social Trading Plattformen damit um ?

Die Antwort ist, bezogen auf diejenigen, die mit CFD’s, Knockouts oder Bonuszertifikaten auf Indices operierten, leider vorhersehbar. Eine kleine Zusammenfassung gibt die Redaktion von Börse.ard im Beitrag Crash Lektion für Social Trader

Ich will die zitierten Handelsprofile hier nicht wiederholen. Eine kleine Ergänzung wäre jedoch angebracht. Ausgerechnet die Handelsstrategie, die Volatilität im Namen trägt, hat es auf ayondo auch geerdet. Aktueller Drawdown – knapp 83 %

Zum Profil EdleMetalle noch ein Hinweis, der in gewisser Weise auch eine Tragik in sich birgt. Der Händler war bis Ende Januar regelmäßig long im US Volatility Future. Die Positionen konnten stets mit einem kleinen Plus geschlossen werden. Die dahinter stehende Handelsidee war durchaus richtig. Nur gerade dann, als diese Positionen seine laufenden Indexlongpositionen gerettet hätten…waren sie nicht mehr da, siehe Chart oben. Die letzte Transaktion erfolgte am 24.01.2017. Nur 7 Handelstage später wären seine Vola Longs explodiert…

Transaktionshistorie ayondo Top Trader EdleMetalle

Was ist die Konsequenz für die beiden Handelsprofile auf ayondo ?

Aus die Maus bei ayondo. So wollen es zumindest die AGB für Top Trader. Zum Thema Drawdown formuliert ayondo:

4.4 Drawdown
Wenn der Top Trader zu einem beliebigen Zeitpunkt einen drawdown von 50% oder mehr erleidet, wird ayondo die Verbindung zwischen dem Top Trader und seinen Followern umgehend trennen. Außerdem verfällt der Anspruch des Top Traders auf jegliche ausstehende Vergütungen, sowohl für den betreffenden Monat, in dem der Drawdown aufgetreten ist als auch für zuvor angefallene, aber noch nicht ausgezahlte Vergütungen.

 

Warum jedoch in beiden Profilen noch eine nicht unerhebliche Anzahl Follower vom System angezeigt werden, bleibt wohl das Geheimnis von ayondo.

Wo Schatten, da auch Licht…

Natürlich sorgt der Absturz eines Händlerprofils für Aufmerksamkeit. Interessanter ist jedoch die Frage, welche Handelsstrategie gut oder gar sehr gut durch diese abrupte Änderung des Marktverhaltens gekommen ist. Bei den CFD basierten Strategien fällt mir das Portfolio von Patternicus positiv auf, DieDatenbankDE. Bisher gelang die stabile Seitenlage aus Aktien Long only und Daxshort als Hedge. Sollte sich die derzeitige Marktsituation nur als Korrektur im langfristigen Trend herausstellen, dürfte das Profil wieder Boden gut machen und den Wettbewerbsprofilen die gewisse Nasenlänge voraus haben.

Auch auf wikifolio.com gibt es überlegt agierende und verantwortungsvolle aktive Händler, die ohne den Kick von Hebelinstrumenten die vergangenen Tage souverän gemeistert haben. Ins Auge sticht hier Michael Flender, aka Goldesel. Die wikifolios machen ihrem Namen alle Ehre.

In diesem Sinne, die Suche lohnt sich.

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